Donnerstag, 4. Juni 2009

Sonntag, 31. Mai 2009

Down Under!

Nach langer Abwesenheit kommt dann doch mal wieder ein Beitrag von meiner Seite *hust*. Wie man sich sicher vorstellen kann, habe ich Hawaii inzwischen verlassen und bin mehr oder weniger gut in Australien gelandet. Nach einem 10-stündigen hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben australischen Boden unter den Füssen. Sehr speziell hat sich das nicht angefühlt. Aber die ersten Andersheiten sind schon sehr bald auf mich zugekommen. Erstens mal, wollte ich bei dem Auto, das mich vom Flughafen zum meiner Hostfamily bringen sollte, auf der falschen Seite einsteigen. Ähm ja... Linksverkehr und so. Fahren ist ohnehin komplett komisch. Alles verkehrt rum. Uah! Ich würde mich hier um keinen Preis hinter ein Steuer setzen. Ich mag mein Leben.

However, der zweite Schock war der Dialekt der Aussies. Uiui. "Hi Mate, ho's going?" Meine Hostfamily war so weit ganz okay. Als ich dort eingetroffen bin, war ein japanisches Ehepaar dort (auf Hochzeitsreise, wie sich rausstellte) und ein Mädchen aus Paris. Das Haus war ganz okay, ein bisschen ab vom Schuss, aber nicht so übel. Wie auch immer, mein Weg bis zur Busstation war zwischen 15 und 20 Minuten. Beim Hinweg ging es hübsch bergab und nachher unhübsch bergauf. Mit dem Bus war es dann ungefähr noch 10 Minuten in die Stadt, bis zum King George Square. Also, alles in allem brauchte ich 40 Minuten bis zur Schule. Eigentlich nicht schlimm, da ich eh erst um 10:30 in der Schule sein musste, aber irgendwie nervte mich der lange Fussweg. Ürks.

Mein erster Ausflug war an einem meiner ersten Tage, noch bevor die Schule überhaupt anfing. Bzw. ich nehme an, das war am Sonntag vor Schulanfang, dass mein Hostfather all seine Students einpackte und nach Surfer's Paradise fuhr. To the beach. Übrigens, um das mal in die Runde zu werfen, der Sand auf (in, an, bei?) australischen Stränden quietscht. Komischerweise.

Sufer's Paradise

Am ersten Schultag ging es erst einmal darum, sich mit Hilfe eines Einstufungtests in den richtigen Kurs zuweisen zu lassen. Glücklicherweise wurde ich zu meinem Proficiency Kurs zugelassen. In ACE (= Australian College of English) haben sich alle Schweizer recht schnell zusammen gefunden und Freundschaft geschlossen. Die Konzentration von Schweizern war auf jeden Fall nicht so hoch wie in Hawaii. ACE besteht zu 97% aus Asiaten (oh... lilly?) , 2% Brasilianer und 1% Europäer, davon hauptsächlich Schweizer oder... Whatever. Franzosen. Scherz. Aber es scheint unendlich viele Asiaten zu geben, in der Schule. (Ooooooh. Aaaaaaah!) Neben den Leuten aus meiner Klasse - Luisa (Brazil), Tati (Brazil), Martina (Italy), Sarah (Suisse), Alemaõ (Alex, Germany), Colin (Schweiz), Me (Schweiz) - war ich vorallem mit Dano (Schweiz), Lena (Schweiz) und Mai (Japan) zusammen.

(Lena, Dano, Remo (other School), Colin, Me)

Neben Schule gibt es natürlich auch gewisse 'Freizeitbeschäftigungen'. Dabei stand hauptsächlich Down Under auf dem Programm, zu Beginn. Down Under ist eine mehr oder weniger typische Aussiebar, altertümlich, sehr gute Musik und billiges Bier. Voila. (btw. für 2 Aus$ kriegt man ein Glass Pineapple Juice :p). Down Under stand jeweils Mittwochs auf dem Programm.. weil. Wet-Shirt-Contest (den ich allerdings noch nie gesehen habe).

Anzac Square, unser Mittagsessenplatz

Weiter im Text. Während Mai in der Stadt, in dem berüchtigten Spring Hill wohnte, waren Lena, Colin, Dano und ich in Hostfamilies untergebracht. Dano war mit seiner Familie mehr als unglücklich, weil der Haushalt sehr unhygienisch war. Lena war mit ihrer (ein bisschen) seltsamen Hostmother zufrieden und Colin beschwerte sich nur über die sushigen Essgewohnheiten seiner japanischen Hostfamily. Und mir ging der lange Weg auf den Geist und meine Hostfamily war ein wenig seltsam. Irgendwie glaube ich, die mochten mich nicht wirklich, weil ich ihnen von meiner tollen Hostfamily in Hawaii erzählt habe. Hm. Und sie waren absolut gleichgültig und sehr gesprächig waren sie eigentlich auch nicht. Deshalb kamen Dano und ich zum Entschluss, Mai in Spring Hill zu joinen (... einzuziehen. Meine Güte, mein Deutsch!) Nach 2-3 Wochen in Australien zügelten wir auch schon. Nachdem wir anfangs geplant hatten, zu zweit in ein Apartment zu ziehen, kam alles anders. Ich wollte mit Mai in ein Apartment ziehen. Mai teilte sich das Apartment mit Chloe, einem französischen Mädchen (Drache..) und ich wollte mit den zweien zusammenziehen. Da die Apartments zwei Schlafzimmer für je zwei Leute hatte, war das perfekt. Ich zog in mein neues Zimmer ein, während sich Chloé und Mai das andere teilten. Während ich in Unit 63 wohnte, zog Dano in Unit 57. Er teilte sich sein Zimmer mit Gustavo, einem Brasilianer und ein französisches Mädchen - Amandine - lebte im anderen Zimmer. Wie es der Zufall so will, waren Chloé und Amandine beste Freundinnen. Zumindest eine Zeit lang.

Unit 63, my home for the next couple of months. Hier zu sehen das Wohnzimmer/Esszimmer. Zu meiner rechten ist die Küche und links mein Zimmer mit Badezimmer und links vor dem Fernseher das andere Schlafzimmer mit Badezimmer. Luxuriöserweise, hatten wir sogar einen Balkon mit Sicht auf den Pool :-)

Spring Hill. Im Nachhinein gesehen, war es eine sehr gute Entscheidung, in Spring Hill einzuziehen. Dano und ich waren restlos happy damit und Lena liebäugelte ebenfalls damit, bei uns einzuziehen. Vorerst noch pflegte sie bei mir im Zimmer auf den Sofakissen zu schlafen, wenn es Abends mal später wurde. Die langen Nächte in Down Under wurden abgelöst von längeren Nächten in Spring Hill. Man kann hier ein sehr glückliches Leben führen, ohne die Anlage überhaupt zu verlassen *gg*. Naja, nicht ganz wahr, ab und zu muss man zu Woolworths, Supermarkt. However, mit Dano zum Teil auch mit Lena, Colin oder Mai verbrachten wir unseren Abende in Alemaõs Butheko. Kurze Erklärung, er teilt sich sein Apartment (Unit 6) mit zwei Brasilianern (Bruno & Alex) und einem Franzosen (auch bekannt als 'the French guy') und er hat aus seinem Apartment eine Buteco gemacht, das steht für eine typische brasilianische Beiz :-). Bis auf den Manager waren alle sehr happy damit...

Alemaõ, Me, Gustavo und Dano
... *hust* ...

Wie der Name schon vermuten lässt, war Butheko nr. 6 normalerweise gefüllt mit Brasilianern von Spring Hill (davon gibt es erstaunlich viele...) und natürlich mit deren Sprache, Portugiesisch. Während die Brasilianer versuchen Deutsch zu lernen (bis auf Gustavo relativ erfolglos, leider) versuchen die Europäer Portugiesisch zu lernen. Die Erfolgsrate bei den Europäern ist bedeutend höher :-) (Eu aprendi português só para poder falar com você - mein erster Satz in Portugiesisch) Mehr sollte noch folgen.

Es ist weit und breit bekannt, dass Brasilien DAS Land des Fussballs ist und ich muss dem zustimmen. Ich habe mich einmal dazu überreden lassen, ein Spiel zwischen Saõ Paulo und Corinthias um 5 Uhr Morgens zu gucken. Während bei den Jungs die Emotionen am brodeln waren, haben die weiblichen Anwesenden nur die Augen verdreht und sich gewundert, wie man sich über ein Spiel nur so aufregen kann. However, wenn man das richtige Fussball T-Shirt an hat kann man interessante Dinge damit bewirken:

Me & Gustavo (ich in SPFC T-Shirt, Gustavo's Team, das ist eine Wissenschaften für sich, brasilianischer Fussball. Ai ai ai.)

(von links nach rechts: Marcio, Mai, Me, Roberta, 2x unbekannt, Alemaõ, unbekannt, Dano. Vorne: Bruno, Gustavo, Alex)

Wie man sehen kann, springt die brasilianische Begeisterung für Fussball sogar auf die Europäer über. *grins* Allerdings würde ich nicht nochmal um 5 Uhr Morgens anfangen ein Fussballspiel zu gucken. Irgendwie ist das zu einschläfernd, auch wenn die Jungs genug Krach machen, um eine ganze Armee zu verscheuchen :-)

Neben Butheko stand auch noch anderes auf dem Programm, zum Beispiels Dano's Freunde von Noosa. Wobei, einer ist sein Freund, die anderen sind Freunde von Freunden. *grins* Die 4 Jungs waren ein Wochende da und haben Spring Hill ein wenig auf den Kopf gestellt. Vor allem Kenta, der sich den legendären Goon (4 Liter Wein für 10$) anscheinend nicht gewöhnt ist *hust*. Wie auch immer, die 4 Noosianer haben ihre Zeit in Brisbane genossen. Am Samstag Abend sind wir mit denen, einigen Brasilianern und Chloé (deren letztes Wochenende es war) ins Fridays (ein very fancy Club an der Riverside). Abgesehen von Daniel hatte niemand Probleme. Er hat mit Dano Schuhe getauscht, da Dano bereits einen Stempel hatte und Daniel FlipFlops an hatte, was natürlich gar nicht geht. Sie haben also getauscht, Daniel hat seinen Stempel gekriegt und im Club haben sie wieder zurück getauscht. Sobald Daniel die Tanzfläche verlassen hat, haben ihn die Securitas rausgekickt *grins*. Er ist aber kurz darauf wieder aufgetaucht, in anderen Schuhen, die er weissGottwo aufgetrieben hat :-) Die Australier machen wirklich ein Riesendrama aus Kleidung, wenn es ums Ausgehen geht. Wenn man hier im Ausgangsviertel in einen anständigen Club rein will, dann muss man als Mann Lederschuhe, (langärmliges) Hemd und allgemein gepflegt sein. Was für ein Drama.

Diner, Fischstäbli mit Spinat *grins* Jeder hat sich riesig gefreut. Neben den bereits bekannten sind noch Daniel, Kenta, Damien und Jones auf dem Foto :-) Die Noosianer.

In Dano's Apartment, nach dem Essen :-) Colin, Chloé, Lena, Me, Gustavo (tststs... again :-)) und Damian. Ein Foto für Chloé mit Chloé. Sie mag Colin *hust*... (Sorry.. :-))

Daniel und Jones *miau* und Chloé.




Der Rest von Australien kommt ein anderes Mal, ich bin jetzt müde. :-)






Dienstag, 24. Februar 2009

Kauai

Samstag Morgen, 4 Uhr.

Vorbei ist es mit dem friedlichen Schlafen. Tamara und ich recken und strecken uns, der Boden von Daniels Appartement ist trotz Schlafsack nicht zu vergleichen mit einem Bett. Aber hey - who cares? :-) Es ist immerhin ein kostenfreier Schlafplatz in netter Gesellschaft. Wenn man bedenkt, dass wir am Abend zuvor ca. gegen 11 Uhr im Bett waren, nachdem wir unser Abendessen (Spaghetti, Popcorn & Ice Cream) verschlungen hatten.

*grins*

Wie auch immer, mit dem Shuttelbus ging es um 5 Uhr zum Flughafen. Glücklicherweise sind alle 8 mehr oder weniger pünktlich an unserem Meetingpoint - Ala Moana Hotel - eingetroffen. Am Flughafen wurde eingecheckt, durch den Security Check und dann zu Starbucks. Mensch braucht Frühstück bevor man in ein Flugzeug steigt.
Der Flughafen in Hawaii - solange man Interisland fliegt - ist wirklich sehr relaxed. Man kommt knapp eine Stunde vor Abflug an, checkt ein, geht durch den Security Check und fragt sich, ob man am falschen Flughafen ist, weil alles so leer ist. Wenn man dann mal jemanden sieht, dann irgendeinen Einheimischen mit einem Surfboard unterm Arm. Okay, zugegeben das ist ein wenig übertrieben :-)

Küste von Kauai

Dieses Grün! Diese Wellen!

Wenn ich mich recht erinnere, ging unser Flug ca. um 7 Uhr. In Kauai sind wir knappe 20 Minuten später eingetrudelt. Genial. Ich liebe diese kurzen Flüge. Das ist das, was ich einen Kurzstreckenflug nennen.
In Kauai haben wir unser Gepäck aufgegabelt und sind dann gleich zur Autovermietung gedüst. Dort haben wir unsere zwei Autos gekriegt - identische Saturn-Jeeps.

Auto. Comfortable, scratchy and rusty *g*

Howeva.
Wir düsten mit den Autos los, unser Auto hinter dem von Brigit (weil sie hatte anscheinend einen guten Kartenleser - Daniel). Unser Hotel haben wir trotzdem nicht gefunden. Allerdings hat das niemanden wirklich interessiert, wir sind einfach mitsamt unserem Gepäck Richtung Norden - bzw. Richtung Na Pali Coast - gefahren. Unterwegs sind wir an einigen wunderschönen, hidden beaches vorbeigefahren.


Sobald wir den Kee Beach erreicht hatten, war die Strasse fertig. Und kein Parkplatz mehr frei. Haha. Wir sind also ein Stückchen zurückgefahren, haben unsere Autos auf einem grossen Stück hawaiianischem Gras geparkt und sind zurückgelaufen. In freudiger Erwartung auf eine schöne Wanderung...

Map

Wir stehen dort, wo 'You are here' steht. Links unten. Logisch, nicht? Wir haben den (roten) Kalalau Trail genommen bis zum Hanakapiai Valley und sind von dort den ganzen Weg bis zu den Hanakapiai Falls gelaufen. Ursprünglich bestand die Idee, bis zum Kalalau Beach zu laufen. Das ist weiter rechts als auf der Karte eingezeichnet. Wir hätten literweise Wasser, tonnenweise Essen und ein Zelt gebraucht. Abgesehen von dem fehlenden Equipment, hätte ich das wirklich gerne gemacht. Aber die Zeit war zu kurz dazu und wahrscheinlich hätte ich eh auf der Hälfte aufgegeben und gesagt: "Scheiss auf den Kalalau Beach, ich will in unser Jacuzzi!"

Ein Teil des Weges. Ganz am Anfang. Noch kein Mud, nur Roots.

Die Na Pali gilt übrigens als eine der schönsten Küsten weltweit. Das will etwas heissen. Es war schön, wirklich schön, aber auch verdammt anstrengend. Der Kalalau Trail muss demnach einer der schönsten Wanderwege sein, wobei 'schön' halt immer relativ ist :-)
Okay, nein, es war nicht so schlimm. Der Wanderweg war wirklich unvergleichbar schön. Also äh.. nicht der Weg, eher die Aussicht.

Na Pali Coast

Wir sind dementsprechend auch alle in 'Ooooh's, 'Wooow's und 'breathtaking's ausgebrochen, kaum dass wir die Na Pali Coast erblickt hatten. Es ist einfach unvergleichbar amazing, wie die grünen Berge fast senkrecht im Meer versinken und nur durch eine schmale, weisse Linie Brandung vom Blau des Ozeans getrennt sind. Wow.

Hier noch ein paar Bilder von unserem Weg zum Hanakapiai Valley. Wie gesagt, der Weg war recht muddy. Obwohl uns unser Lehrer gewarnt hat, dass man bloss keinen Fuss auf einen hiking trail setzten soll, wenn es regnet. Dummerweise regnet es in Kauai täglich. Ich weiss also nicht, welche Art von Regen unser Lehrer gemeint hat *g*. Wir haben uns davon auf jeden Fall nicht abschrecken lassen. Auf dem Weg hinauf war das ja völlig okay, weil der Mud dort noch trocken war. Aber je weiter wir kamen, umso flüssiger und rutschiger wurde die ganze Geschichte.

Hinauf. Steinig aber nicht rutschig.

Hier kann man in der Kurve schon die ersten gelblichen Wasserlacken sehen.

Auf dem Hinweg haben wir uns noch alle Mühe gegeben, die Wasserlacken zu umrunden. Auf dem Heimweg sind wir alle hindurchgepatscht. Zu müde, um drumherumzulatschen.

Lost on an Island.

Das war einer der ersten Flüsse, die wir überqueren mussten. Der einfachste von allen. *grins* Der einzige, in den niemand hereingefallen ist. Wie auch immer.
Wir sind nach einem knapp 2 stündigen Hike im Hanakapiai Valley/Beach angekommen. Und standen vor einem breiten Fluss, den es zu überqueren galt. Gar nicht so einfach. Deshalb machten wir kurz Rast und entschieden uns dann, einige Fotos zu schiessen. Die Begrüssung im Hanakapiai Valley war übrigens auch ganz nett:

No swimming today...


Das war der erste Fluss, den es zu überqueren galt.

Es sieht recht einfach aus, den Fluss zu überqueren, aber mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken und einer teueren Kamera in der Hand, ist das ganze nicht mehr so einfach. Ausserdem hatte ich inzwischen soviel Schlamm an den Schuhen, dass die ganze Geschichte zudem ein wenig rutschig wurde. Aber hey! ich bin immerhin nicht ins Wasser gefallen. Haha.

Lunch.

Nach dem Lunch wanderten 7 von uns weiter. Birgit machte sich auf den Weg zurück, weil sie überzeugt war, dass wir den 2-stündigen Hike zu den Waterfalls hin und zurück plus den Weg zurück zum Kee Beach nicht vor 7 Uhr schaffen würden. Und im Dunkeln wollte sie den Weg auf keinen Fall machen. Der Rest von uns scherte sich nicht um Dunkelheit oder Zeit, wir wollten Wasserfälle sehen.

Hanakapiai Trail

Und weiter ging unsere Wanderung. Über Stock, Stein und Schlamm, vorbei an Bambuswäldern und hungrigen Moskitos.


Asiatische Einflüsse auf Hawaii. Bambus.

Nachdem wir den selben Fluss einige Mal von links nach rechts und von rechts nach links überquert hatten, führte unser Weg an den Hängen des Tals ein kleines bisschen aufwärts. Ein gutes Zeichen, dann mussten wir wenigstens den Fluss nicht mehr überqueren. Dachten wir.

Bach.

Man sollte am besten nicht daran denken, dass es links ziemlich steil und felsig zum grossen Fluss hinab ging. Es waren zwar nur ein paar Meter, aber alles Stein. Augen zu und drüber. Zum Glück war der kleine Bach nicht rutschig.
Bald aber kam der erlösende Anblick. Hanakapiai Waterfall. Ich war selten so glücklich, einen Wasserfall zu sehen. Wow. Und er war riesig, die ganze Wanderung dorthin hat sich wirklich gelohnt.

I'm a hero!

Kaum waren wir beim Wasserfall haben die anderen die Kleider von sich gezerrt und sind ins Wasser gesprungen. Da ich mein Bikini nicht an hatte und zu faul war um das zu wechseln, blieb ich im Trockenen. Ausserdem war das Wasser arschkalt. Gletschertemperatur. Für Hawaiianer. Es dürfte ungefähr Zürichseetemperatur gewesen sein.

Riesig, nicht?

Humans vs. Nature

Nachdem alle einigermassen wieder trocken waren, gab es noch ein Gruppenfoto...


... und dann ging es zurück. Denn Birgit lag nicht ganz daneben mit ihrere Befürchtung, dass wir in die Dunkelheit geraten könnten. Deshalb eilten wir durch das Hanakapiai Valley zurück zum Beach. Dort angekommen waren wir alle ziemlich kaputt. Aber wir waren erst am Hanakapiai Beach, von dort ging es nochmal ca. 2 Stunden durch schlammigen Mud zurück zum Kee Beach. Der Aufstieg vom Beach war ziemlich das Härteste an der ganzen Wanderung. Es war heiss, die bereits sinkende Sonne glühte auf uns herab und der Boden schien regelrecht zu dampfen. Er glühte richtig. Grausig. Und seltsamerweise war der Boden trotzdem noch schlammig. Das heisst, ein Schritt hinauf, zwei Schritte zurück. *g*


Wie auch immer, der Ausblick auf die Na Pali Coast war entschädigend für fast alles.

Unsere Schuhe. Grauslig, nicht wahr? Meine Converse stehen übrigens noch immer auf dem Balkon, in der Hoffnung, dass der ganze Kauai Schlamm irgendwann raus sein wird *g*. Ich habe meine Zweifel, ich werde wohl oder übel US Schlamm in Australien einführen müssen *gg*, die Zollbeamten dürfen meine Schuhe gerne putzen, wenn sie wollen.

Hawaii - Rainbow State

Beim letzten Stück, bergab, habe ich Tamaras Gehweise kopiert. "Lass deine Beine einfach laufen". Okay, über Steine und Wurzeln ratterten wir hinunter, mehr oder weniger ohne zu bremsen. Meine Knie wurden dabei ziemlich in Mitleidenschaft gezogen von dem ständigen herabklettern über Gestein. Aber hey, irgendwann haben wir den Abstieg geschafft und sind endlich wieder in zivilisierte Gegend gekommen. Kee Beach, I love you!
Natürlich, hat es wie aus Kübeln geschüttet, als wir dort ankamen. Wir haben Birgit am Strand gefunden - wo sie inzwischen zwei German Boys aufgerissen hat *g*. Dreckig, nass und müde sind wir in unsere Autos geklettert und durch den Regen losgestartet. Der hat natürlich aufgehört, kaum dass wir 2min im Auto sassen. Haha.
Auf dem Weg zurück machten wir einen kurzen Halt in Kilauea, um das Kilauea
Lighthouse anzugucken. Der Grossteil von uns 8 war ziemlich angepisst, dass wir hier gehalten haben (weil eigentlich wollten wir gar nicht dorthin, aber wir hatten uns verirrt und sind mehr oder weniger zufällig dort gelandet). Die fotovergifteten sind aus den Autos gesprungen, haben ihre Cams gezückt, ein paar Fotos geschossen und sind zurück in die warmen Autos gedüst. Dummerweise, mein weisser Pulli war alles andere als tragbar. Darum war mir ziemlich kalt...

Kilauea Lighthouse

Ich habe es dennoch geschafft, im Dunkeln ein anständiges Bild von dem Leuchtturm zu machen. Voila. Ich bin stolz auf mich *g*.

Wir fuhren zurück nach Kapaa (wir waren immer wieder erstaunt, wie schnell wir um die halbe Insel rum waren...) und suchten unser Hotel, das wir erstaunlicherweise auf Anhieb fanden *g*. Dort checkten wir ein - einigermassen sauber *hust* - und bezogen unsere Zimmer. Birgit, Julia, Rahel und Daniel in einem Zimmer, Carola, Tamara, Lukas und ich im anderen Zimmer. Kaum waren wir dort und hatten das nötigste ausgepackt, rief ich im anderen Room an "The last one who is in the pool is uncool."
Wir sind alle miteinander losgerannt, über die Wiese zum Pool und sind prompt in das kühle Nass gesprungen. Frierend haben wir vom Pool ins Jacuzzi gewechselt und wären am liebsten die ganze Nacht darin sitzen geblieben. Damit war aber nichts, kurz darauf sind wir zurück in unsere Zimmer, haben trockenen Sachen angezogen und sind dann was Essen gegangen. Bzw. ein paar sind an der Poolbar hängen geblieben und haben auf Kosten des Hotels Drinks getrunken *g*.
Ich bin mit Rahel, Julia und den zwei Boys zum nächsten Pizza Hut gefahren um eine 10$-XXL Pizza zu bestellen und die dann zu verspeisen. *g* Ich habe selten so eine gute Pizza gegessen.
Mit vollen Magen, glücklich und stolz über die Wanderung fielen wir in unsere Betten.

*schnarch*

Tag 2 - Sonntag:
Waimea Canyon steht heute auf dem Programm.

Als ich am Morgen - 7 Uhr - auf die Terrasse vor unserem Zimmer taumelte, sauste Daniel an mir vorbei, seine Canon in der Hand, grinst und ruft: "Come to the Beach! Sunrise!"
Ich denke nur, "WTF?" und laufe - wie geplant - zum Pool. Weil eigentlich wollte ich schwimmen, eine kleine Runde (Im Jacuzzi). Der Pool war aber geclosed. Aber! vom Pool aus habe ich die aufgehende Sonne gesehen und ich bin zurückgedüst, habe meine Kamera geholt und bin Daniel zum Strand gefolgt.




Es hat sich gelohnt. Ein bewölkter Sonnenaufgang in Kauai. Wow. Amazing.
Nachdem die Sonne sich wieder in den Wolken versteckt hatten, gingen wir zum Frühstück in ein Restaurant, das uns vom Hotel empfohlen wurde. Naja. Ich habe schon bessere Frühstücks gehabt aber egal. Wir setzten uns danach ins Auto und machten uns auf die Reifen zum Waimea Canyon.

Mit Wolken überdeckter Waimea Canyon.

Auf dem Weg zum Ende des Canyons (Kalalau Lookout (Richtig, wir sind fast wieder an der gleichen Stelle wie gestern, nur diesmal kamen wir aus einer anderen Richtung. Nebenbei bemerkt, wo wir am Tag zuvor gewandert sind, das sind Stellen, wo man NUR zu Fuss hinkann. Oder mit dem Heli (aber wer hat so ein Ding schon in der Garage stehen?))) hielten wir an zahlreichen Lookouts. Was die weniger Fotobegeistern ein wenig unglücklich machte. Naja.


Das hier war an einem unserer ersten Lookouts. Der Waimea Canyon wird nicht umsonst 'Grand Canyon of the Pacific' genannt. Es hat doch gewisse Ähnlichkeiten, auch wenn der Grand Canyon längst nicht so grün ist...


Und nochmal, Waimea Canyon. Diesmal mit mehr Sonne und weniger Wolken.


Ein versteckter Wasserfall in den Canyons. Daniel: "Let's walk to that Waterfall!" Rest of us: "NOOOO!!!" *g*
Schlussendlich erreichten wir den letzten Lookout - Kalalau Lookout - und sahen ins Kalalau Tal. Jenes Tal, in das wir 11 Milen hätten wandern müssen, am Tag zuvor. Eine Richtung. Das war zuviel. Unsere gesamte Wanderung war ungefähr 8 Milen und es hat uns einen ganzen Tag gekostet. Uah.

Nene. Der hawaiianische Vogelirgendwas, den ich noch nie gesehen habe.

Finally, Kalalau Lookout.

Irgendwo dort unten, ein bisschen mehr rechts, sind wir gestern umhergegeistert, im tiefen Jungle. Hach. Das Wetter war - wie man sieht - typisch Kauai. Kein Regen, dafür Wolken und ab und zu mal ein paar vereinzelte Tropfen.
Wir sind dann vom Canyon wieder zurück gefahren und wollten noch zu einem Strand an der Westküste. Dummerweise war der Weg dorthin ein einziges Durcheinander aus Schlamm und mit dem Auto war an ein Durchkommen nicht zu denken. Der Weg war ohnehin gesperrt *g*. Wie der Reiseführer gewarnt hat, der Weg zu dem Strand könnte 'challenging' sein. Jep. Nett ausgedrückt. 'Impossible' wäre ein besserer Ausdruck gewesen.


Da die Strasse dann plötzlich mal aufgehört hat - wie sie das in Hawaii öfter zu tun pflegt - haben wir einen local nach dem Weg gefragt und der hat uns geraten, umzudrehen. Denn irgendwo hier würde militärisches Sperrgebiet (oder so) anfangen. Okay. Let's go.


Wir fanden dann schliesslich einen Strand. Dummerweise war die Mischung aus feinem Sand und starkem Wind sehr unangenehm. Innerhalb kürzerster Zeit waren unsere Badetücher im Sand begraben und wir waren einseitige Dünen, mit Sand zwischen den Zähnen. Lucas hat hier die einzig wahre Möglichkeit entdeckt und sich eingewickelt *g*. Die andere Möglichkeit, dem Sand zu entgehen, ist, so hoch zu springen wie nur möglich:


Daniel, Lucas, Rahel, Me, Julia

Komplett versandet und ziemlich müde fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Dort verschwanden wir ziemlich zackig im Jacuzzi und ich hatte die Ehre, meinen ersten Mai Tai zu trinken. Denn im Hotel - bzw. an der Poolbar - scherte sich niemand darum, wer die Drinks schlussendlich trank. Diesmal mussten wir sie aber bezahlen, nicht so wie gestern *g*. Der Mai Tai war gut, sehr gut, unheimlich viel Rum war da drin.

Tamara, Mai Tai, Mai Tai, Me, Lucas

Wir sind nach dem Jacuzzi nach Kapaa gefahren um etwas zu essen - mit Evelyn und zwei Jungs von unserer Schule. Danach sind wir alle zusammen wieder zurück in den Jacuzzi, bis sie uns um 10pm rausgeworfen haben. Die Begründung "We're closing now". Okay. Wir sind gegangen und haben unsere Jacuzzi - Party in unserem Hotelzimmer fortgesetzt.


Und nein, ich habe so einen roten Kopf, weil unser Badezimmer - aus dem ich gerade kam - eine einzige Sauna war. *grins*
Wie auch immer, kurz nach 12 Uhr fielen wir alle in unsere Betten. Todmüde.


Tag 3 - Montag:

Hätte Daniel uns um kurz vor 7 Uhr Morgens nicht einen Überraschungsbesuch abgestattet, wir hätten alle miteinander den Sonnenaufgang verschlafen. So aber packten wir unsere Decken und zogen damit um - zum Strand. Keine 20m von unserem Hotelzimmer entfernt. Dort legten wir uns auf eine Sonnenliege, wickelten uns in unsere Decken und warteten auf die Sonne.

Dick eingepackt.


Et voila, le sun.
Nachdem die Sonne sich wieder - wie gestern - hinter den Wolken verkrochen hat, zogen wir zurück zu unseren Zimmern. Nachdem alles eingepackt war und ein kurzes Frühstück in Form von Joghurt und Banane verschlungen war, checkten wir aus. Mit Sack und Pack ging es zum 5min entfernten Wailua River. Dort mieteten wir uns Kanus/Kayaks/Whatevas und paddelten los. Ratet mal wohin. Richtig. Zu den Secret Falls. Wieder mal Wasserfälle *g*


Ich teilte mir mit Lucas ein Kanu, weil ich sehr früh erkannt hatte, dass es eine gute Idee ist, einen kräftigen Paddler im Boot sitzen zu haben. Auch wenn er hier alles andere als paddelfreudig aussieht *g*.


Nachdem wir uns auf dem Fluss beinahe verirrt hätten, legten wir an der richtigen Stelle an und was lag vor uns? Richtig. Der Anlegeplatz war auf der falschen Seite des Flusses. Wir mussten den River also überqueren, wiedermal. Diesmal gab es aber keine Steine, über die man springen konnte. Also, Schuhe aus und durchs Wasser. Zum Glück gibt es in Hawaii keine Schlangen :-)
Der Hike zu den Secret Falls war allerdings sehr kurz. Wir fanden sogar Zeit, unterwegs ein paar Fotos von einem wirklich fotogenen Miniwasserfall zu machen. Und zu posen *g* Etwas, was man nach drei Tage Islandhopping recht gut im Griff hat.

Ohne posing.

Mit posing.

Hike.

Hier habe ich die Überquerung eines malerischen Flusses festgehalten. Süss, nicht? *g*
Kurz danach haben wir die Secret Falls erreicht. Tamara, Carola und ich sprangen auch sogleich ins kühlende Nass. Die anderen bevorzugten eine Lunchpause im Trockenen. Das Wasser war relativ kalt, aber weil wir alles so begeistert davon waren, in einem Wasserfallbecken zu schwimmen, störte das nicht weiter.

Bevor wir im Wasser waren... Es war übrigens nicht ganz einfach, auf dem glitschigen Baumstamm stehen zu bleiben :-)

Hier im Wasser.

Es ist übrigens eine wirklich einmalige Gelegenheit, einen Wasserfall von unten zu sehen. Bzw. knapp neben dem herunterfallenden Wasser auf dem Rücken zu liegen und nach oben zu gucken ist absolut unique. Ich werde den Anblick mein Leben lang nicht vergessen - einfach zu sehen wie unendliche Mengen von Wasser hinunterfallen. Es sieht so aus, als würde das Wasser vom Himmel kommen. Wow.

Am Anlegeplatz unserer Kanus, nachdem wir erneut den Fluss durchquert hatten. Äh ja.. Schuhe putzen ist wichtig in Kauai :-)


Leider war unsere Zeit beschränkt und wir setzten uns in unsere Kanus um den Weg zurückzupaddeln. Da war ich dann wirklich froh um meinen kräftigen Paddler, weil wir gegen den Wind ankämpfen mussten.
Lucas und ich waren die ersten, die den sicheren Hafen wieder erreichten. Pitschnass, mit Blasen an den Händen und völlig kaputt sausten alle Mädels aufs Klo, kaum das wir dort waren.

Tamaras Hose (nass) vor dem Klohäuschen *g*

Danach brachten wir die Kanus zurück und fuhren Richtung ... wohin? Ratet mal. Richtig. Wailua Waterfalls. Wasserfälle! Again!
Zuerst aber musste unser Hunger gestillt werden. Wir bestellten uns again eine 10$-XXL Pizza bei Pizzahut und hinterher waren wir alle todmüde.

Die Müdigkeit ist uns anzusehen *gg*

Wir fanden aber dennoch die Kraft, uns aufzuraffen und ins Auto zu klettern. Damit fuhren wir zu den Wailua Falls und äh... machten Fotos? Keine Ahnung. Die Wasserfälle an sich waren auf jeden Fall nicht zugänglich. Man konnte nur von oben hinunter gucken :-)

Wailua Falls (and Daniel, if you can find him)

Fürs erste habe ich mal genug Wasserfälle gesehen. Nicht, dass ich die Nase voll davon habe, Wasserfälle sind etwas vom Schönsten, was die Natur so hervorbringt. Aber für Kauai reicht es.
Nach den Wasserfällen haben wir noch einen kurzen Stopp an einem Strand gemacht. Dummerweise wurde aus unserer Beach Party eine veregnete Sache und wir verbrachten die letzte Stunden in Hawaii zu 6st in ein Auto gequetscht, die Musik voll aufgedreht und Mini-Carotts essend *g*.
Am Flughafen waren wir alle ziemlich kaputt. Wir gaben unsere Autos zurück, checkten ein und flogen zurück nach Honolulu.

*ächz*

Aber wow. Kauai ist mit Abstand die schönste Insel, wenn es um lush vegetation geht. Wow. Und um Wasserfälle, die darf man nicht vergessen :-)